Der Automobilkonzern Volkswagen sieht sich mit einer dramatischen Lage in seinem wichtigsten Auslandsprojekt konfrontiert. Chinachef Ralf Brandstätter beschreibt die aktuelle Situation dort mit den Worten, dass der gesamte Markt im „freien Fall“ befinde. Während Volkswagen in der Vergangenheit über vier Millionen Autos pro Jahr in der Volksrepublik verkaufte, scheinen diese Wachstumszeiten nun endgültig vorbei zu sein.

Angesichts dieser Entwicklung richtet der Konzern seine strategischen Pläne für die Region neu aus. Da eine Erholung des Marktes derzeit nicht in Sicht ist, stellt sich das Unternehmen auf einen dauerhaften Einbruch ein. Brandstätter betont, dass Volkswagen seine Fahrzeuge nun verstärkt in anderen Märkten verkaufen muss, um den Umsatz zu stabilisieren.

Ein zentrales Ziel bleibt trotz der Krise die Sicherung der Wettbewerbsposition vor Ort. Der Konzern strebt an, seinen aktuellen Marktanteil von 11 Prozent in China weiterhin zu halten. Dieser defensive Ansatz soll verhindern, dass der Einfluss der Marke in einem schrumpfenden Umfeld weiter schwindet.

Die wirtschaftlichen Implikationen dieser Entwicklung sind für den Wolfsburger Konzern erheblich. Es wird gewarnt, dass der milliardenschwere Sparkurs des Unternehmens noch teurer werden könnte, sollte es nicht gelingen, die Absatzverluste in China durch andere Märkte zu kompensieren. Der Druck auf die Profitabilität steigt damit durch die fehlenden Wachstumsraten im Osten.