Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird ihr Amt vorzeitig niederlegen. Die EZB teilte mit, dass die 70-jährige Französin ihren Posten bereits am 7. Februar 2027 aufgeben wird. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit, die sie am 1. November 2019 als erste Frau in diesem Amt antrat, erst Ende Oktober 2027 ausgelaufen.

Hintergrund des vorzeitigen Rücktritts sind politische Erwägungen im Hinblick auf die französische Präsidentschaftswahl im April 2027. Die Financial Times hatte bereits im Februar 2026 über Pläne berichtet, die Neubesetzung der EZB-Spitze vor diesem Termin zu klären. Es besteht die Sorge, dass eurokritische Rechtspopulisten um Marine Le Pen die Wahlen in Frankreich gewinnen könnten, was die Einigung auf eine Nachfolge erschweren würde.

Durch den Termin im Februar erhalten die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten die notwendige Zeit für die Regelung der Nachfolge. Dies ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie Kanzler Friedrich Merz (CDU), die Position zu besetzen, bevor die Wahlen in Frankreich stattfinden. EU-Ratspräsident Antonio Costa gab bekannt, dass das Verfahren zur Nachfolge bereits am Donnerstag eingeleitet wird.

Lagarde hatte bereits im September in einem Interview bestätigt, dass sie über einen früheren Abtritt nachgedacht habe. Parallel zu den politischen Entwicklungen gab es Spekulationen über einen möglichen Wechsel der EZB-Chefin zum Weltwirtschaftsforum. Für die Nachfolge an der Spitze der Zentralbank gelten derzeit ein Niederländer und ein Spanier als Favoriten.