Die Initiative „Gen Z regelt“ hat am vergangenen Wochenende zehntausende junge Menschen zu Demonstrationen in zahlreichen Städten mobilisiert, wobei ein weiterer Protesttag für den 20. November angekündigt wurde. Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend unter 1.297 Befragten stoßen diese Aktionen auf breite Akzeptanz. Fast drei Viertel der Bevölkerung haben Verständnis für die Anliegen der Demonstrierenden, während 95 Prozent Gewalt gegen Personen oder Sachen als politisches Mittel strikt ablehnen.

Trotz der Unterstützung für friedliche Demos gibt es Differenzen bei den Mitteln: Während neun von zehn Befragten angemeldete Demonstrationen befürworten, lehnen gut zwei Drittel Straßenblockaden ab. In Städten wie Frankfurt am Main kam es am Rande der Proteste zu Ausschreitungen, einschließlich Plünderungen von Geschäften und Verletzungen von Polizisten. Die Initiative „Gen Z regelt“ distanzierte sich ausdrücklich von dieser Gewalt, die nach aktuellen Erkenntnissen nicht eindeutig der Gruppe zuzurechnen ist.

Hinter den Protesten steht laut Jannis Julien Grimm von der Freien Universität Berlin eine Erfahrung politischer Ohnmacht. 82 Prozent der Befragten stimmten zu, dass die Politik in Deutschland die Belange junger Menschen nicht ausreichend berücksichtigt. Dies spiegelt sich in den Sorgen der 18- bis 34-Jährigen wider, die befürchten, ihren Lebensstandard künftig nicht halten zu können. Während 54 Prozent der Gesamtbevölkerung noch an das Versprechen glauben, dass Fleiß zu Wohlstand führt, bezweifelt dies eine Mehrheit von 55 Prozent der jungen Generation.

Besonderes Aufsehen erregte die Kritik von Kaja Schwab, einer Sprecherin der Initiative, die in Berlin kritisierte, dass das Leben schwer bezahlbar geworden sei und junge Menschen in den Kriegsdienst gezwungen würden. Die Initiative lehnt eine Wehrpflicht ab, obwohl 64 Prozent der Befragten die seit Januar 2026 geltende Regelung zur Musterung und zum verpflichtenden Fragebogen für Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 für richtig halten. Unter den 18- bis 34-Jährigen ist die Meinung gespaltener: 48 Prozent befürworten die Neuregelung, während 42 Prozent sie als falsch bewerten.